Neuro-urologische Klinik Mönchengladbach | Keine Reise wert

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Neuro-urologische Klinik Mönchengladbach | Keine Reise wert

9. September 2018 Allgemein 3
Stefan in der Neurourologischen Klinik Mönchengladbach April 2018.
Einige unter euch mögen sich wohl fragen, was aus der Idee des Blasenschrittmachers geworden ist. Kurze Antwort: Bisher bzw. absehbar nichts. Aber dieses “Nichts” ist mit einem Versuch gefüllt, der uns selbst Monate danach noch Tränen der Wut und Enttäuschung über diese Episode in die Augen treibt. Jetzt, wo es etwas ruhiger geworden ist, wollen wir es loswerden…
  Nachdem Stefan durch den Dauerkatheter eine Blasenentzündung nach der anderen bekam und das Einmalkatheterisieren als erträgliche Dauerlösung nicht unbedingt in Frage kam, sollte ein Test erfolgen, ob Stefan einen Blasenschrittmacher bekommen kann. Die dazu erforderliche urodynamische Untersuchung kann nur in wenigen spezialisierten Kliniken stattfinden, die Wahl viel aufgrund der “Nähe” auf die Klinik in Mönchengladbach. Am Morgen der Abfahrt wurde noch schnell der Negativ-Befund der vorsorglichen Urinuntersuchung beim Hausarzt eingeholt und ab ging es auf die Strecke. Pünktlich angekommen, wurden erneut nochmal alle Angaben über Stefan gemacht, die schon längst zu Papier gebracht wurden und eine Urinprobe wurde abgeben. Dann nach einiger Wartezeit die Ernüchterung: „Es liegt ein Blaseninfekt vor und die Untersuchung kann nicht durchgeführt werden.“ Heike ist verwundert, denn – der Urin ist klar und hell – Stefan hat keinerlei Beschwerden – vor Abfahrt die Diagnose „infektfrei“ Heike: “Aber da kannst du nichts machen. Die Ultraschalluntersuchung zeigt noch eine Ansammlung von (wahrscheinlich) Grieß oder einen Tumor (hatten wir im November letzten Jahres schon einmal und dann schon ausgeschlossen), keine Steine sind sichtbar.” Die Ärzte raten an, ein stationärer Aufenthalt sei zu empfehlen, die Untersuchung könne besser durchgeführt werden und es könne evtl. eine Behandlung eingeleitet und am nächsten Tag dann die spezielle Suche nach einem Nerv, der getriggert werden kann, gestartet werden. Eine Woche vor der der stationären Aufnahme findet ein ambulanter Termin mit der Vorstellung des Patienten und den Aufnahmeformalitäten statt, da dies am Ostermontag nicht möglich ist. “Nun sind wir mit Anmeldung im Kontinenzzentrum durch und gehen zum Arztgespräch. Schnell wird klar, dass sie eine Blasenspiegelung unter Narkose durchführen wollen und dabei den Grieß oder den Blasenstein entfernen wollen. Auf meine Einwände, es sei doch wohl kein Blasenstein festgestellt worden, wurde nicht eingegangen.
Schnell wird auch klar, dass ohne die Spiegelung (auf der Suche nach was auch immer) gar nicht erst die von mir erwünschte Untersuchung durchgeführt werden wird.
Nun denn….
Die Ärztin fragt, ob wir schon eine Urinprobe abgegeben haben und ich verneine. Das soll jetzt erfolgen und ich frage, wo man das denn machen kann, da ich Stefan dazu hinlegen muss und das Material dazu brauche. Sie guckt mich seltsam an und sucht dann nach einem Raum. Dort ist eine Liege ohne Abdeckung (?) und ich bekomme einen Becher. Jetzt schaue ich irritiert, denn wenn Stefan in einen Becher pinkeln könnte, wären wir gar nicht hier. Ich frage nach einem Katheter und einem Beutel. So etwas haben sie hier (in einer auf Urologie spezialisierten Klinik!) nicht 😳 Ich habe zum Glück immer Einmalkatheter bei mir und frage die Schwester, wie sie sich das vorstellt, dass ich den Becher fülle und wohin der Rest soll?? Denn einmal katheterisiert läuft die Blase leer. DAS ist auch der Sinn am Kathetern. Ich bekomme eine Papp-Nierenschale…
Ok, das ist dann erledigt und die volle Nierenschale soll ich nun in den Müll werfen… Ein Ultraschall wird gemacht, ohne nennenswerten Befund: Keine Steine. Nun werde geschickt, um mir den Termin für die stationäre Aufnahme an der Rezeption zu holen. Hier muss ich wieder kopfschüttelnd verzweifeln. Sollen wir doch im Ernst um 7.00 Uhr morgens da sein. Ich erkläre, dass das unmöglich ist. Erstens schläft Stefan dann noch und zweitens habe ich eine zweistündige Fahrt vor mir. Sie wollen meine Einwände nicht verstehen und ich bin mittlerweile echt sauer!! Nachdem ich mit fünf Personen diskutiert habe, sage ich die ganze Aktion ab und will wutentbrannt Stefan und Geronimo im Zimmer abholen, um nach Hause zu fahren.

Eine Angestellte kommt mir nachgelaufen und anscheinend geht es jetzt doch, wie von mir vorgeschlagen, den Tag vorher (Ostermontag) stationär aufgenommen zu werden. Also wir beide, da Stefan immer eine Begleitperson braucht. Ich gehe zurück zur Rezeption, um die Formalitäten zu erledigen und hier schon wieder Inkompetenz. Sie wollen mich als Selbstzahler aufnehmen. Ich bin fassungslos. Wieder hin- und hergerenne. Abschließend haben sie verstanden, dass ich mit eingewiesen werde ohne Kosten und Stefan versorge inklusive der Sondenkost (die ich hiermit direkt ordere, damit er sie auch sicher verträgt).

Eine Woche später am Ostermontag gehts los und ich freue mich auf eine hoffentlich gute Lösung für unser Urinproblem. Könnte er in Zukunft kontrolliert Urin ablassen, hätten wir das Kathetern hinter uns und ein Stück Freiheit zurück. Wenn jetzt jemand denkt „warum hat er keinen Dauerkatheter?“ dem sei erklärt -das funktioniert bei ihm nicht, da er sich innerhalb drei Tage so zusetzt (trotz Spülen) das er gewechselt werden muss!!- Suprapubisch ist auch keine Alternative (selbst mit einem Durchmesser wie ein Kanalrohr, wie es der niedergelassene Urologe vorschlug). Dann dürfte ich das auch nicht mehr zu Hause wechseln, da es keine natürliche Körperöffnung mehr ist. Wir kommen also auf Station an und werden in unser Zimmer begleitet. Es ist schön und hell. Perfekt, dachte ich. Als wir uns eingerichtet haben wird klar, es sind keine Medikamente für Stefan vorrätig und die bestellte Hipp-Nahrung gibts auch nicht. Astronauten-Kost könnten sie anbieten. Zum Glück habe ich den Vorrat für eine Woche mitgebracht, ich hatte irgendwie so eine Ahnung. Zum Ausruhen liegt Stefan jetzt im Bett und wird von mir versorgt. Ich gehe nochmal raus und frage, wann denn das Essen ausgegeben wird. Ich habe Hunger. Tja, Essen gibts für mich aber keins. Haben sie wohl irgendwie vergessen und da Feiertag ist, kann auch nichts organisiert werden. Mein Magen knurrt und ich auch. Ich verlange nach Inkontinenz-Material, da Stefans Blase voll ist. Aber in der Neurourologie haben sie keine Einmalkatheter, nur Dauerkatheter. Ich kann es alles nicht verstehen, habe ich doch mehrfach angegeben, was benötigt wird. Aber auch hier habe ich so eine Ahnung gehabt und das eigene Material mitgenommen. Im Vorfeld habe ich darauf hingewiesen, ich bräuchte dringend viele Katheter, da wir sechs mal täglich einen setzen müssen und das dies von der Klinik zwingend organisiert sein muss. Etwas später sitzen wir beide im Zimmer und die Service-Kraft kommt mit dem Abendbrot für Stefan und fragt, welchen Tee er denn gerne trinkt. Ich bin fassungslos, denn es ist ihnen tatsächlich nicht bewusst, das jemand mit Magensonde keine Nahrung zu sich nehmen kann. Das Tablett gebe ich allerdings nicht her, denn ich habe ja immer noch Hunger. Eine Diskussion wird entfacht, da mir das für Stefan gebrachte Abendessen verweigert wird… mir egal, ich esse es einfach. Morgens dann die Visite. Der Arzt ist der Überzeugung, wir kämen ja zur Blasenspiegelung wegen der Steine und ich entgegne: “NEIN!!”. Blasensteine sind ja keine festgestellt worden, lediglich ein Verdacht auf Grieß. Aber natürlich wird die für Stefan sehr unangenehme Prozedur gemacht. Wie üblich begleite ich Stefan bis in den OP und warte dann im Aufwachraum. Er ist direkt wach und am Fußteil seines Bettes wird ein Becher abgelegt. Ich nehme ihn und staune Bauklötze: nachdem Stefan sieben Meter aus dem OP zurückgelegt hat, sind die darin befindlichen fünf Steine knochentrocken und Rasseln im Becher. Ich frage, ob sie tatsächlich von Stefan stammen sollen und ja, sollen sie. Ich warte auf die Visite am Nachmittag und der Arzt teilt mir glücklich und zufrieden mit, die OP sei sehr erfolgreich verlaufen, gemessen an der Zahl der Steine, die entfernt wurden. Ich hake nach, wie es wohl möglich sei, so viele Steine zu finden, wenn im Ultraschall zuvor keine sichtbar waren. Er hadert ein wenig und meint, es könne sein, dass sie verdeckt gelegen hätten. Ich hake wieder nach, da ich fünf Steine sehr viel finde und ich schon im Dezember die Gabe von Calcium eingestellt hatte, da dies die Bildung von Blasensteinen unterstützen kann und ich das nicht provozieren wollte. Nun meint er, dass liegt vermutlich an zu vielen Milchprodukten, die Herr Berns zu sich nimmt. Ich verneine, da ich ja die Nahrung verabreiche und auf Milch gänzlich verzichte, da er schon immer Blähungen davon bekommen hat. Jetzt weiß er auch nichts mehr zu sagen. Ich frage weiter, wie lange es denn wohl braucht, diese Steine zu bilden?? Seine Antwort: „Das dauert Monate“. Ich bin hellhörig und erwähne nochmal, dass ja gestern nichts da gewesen sei und vor nicht mal zwei Monaten eine Spiegelung durchführt wurde und rein gar nichts (außer Grieß) gefunden wurde. Im Gegenteil, es wurde von der untersuchenden Ärztin in Eschweiler erstaunt mitgeteilt, Stefan habe eine junfräuliche Harnröhre sowie Harnleiter und die Prostata eines jungen Mannes. Er will widersprechen, da es ja die erste Blasenspiegelung sei. Nein, ist es nicht!! Nur wurde sie nicht hier, sondern in Eschweiler durchgeführt. Er ist peinlich berührt und und muss schnellstens weiter. In mir erhärtet sich der Verdacht, die Steine gehören gar nicht zu Stefan und sollen die Prozedur nur rechtfertigen. Ich fordere den OP Bericht an. Der nächste Tag sollte uns ein größeres Problem zeigen. Ich habe mir mittlerweile selbst in der Kontinenz-Abteilung die richtigen Katheter besorgt. Wohl unter Protest der Stationsleitung, da die Aufnahmestation dafür Sorge tragen muss. Ist mir aber mittlerweile alles egal. Ich zanke mich mit jedem, der darum bettelt. Und das sind hier viele… Ich warte auf die Visite, um den Ablauf der nun wichtigen Untersuchung zu erfragen. Herr Doktor kann mir immer noch keinen OP Bericht vorweisen und erklärt zusätzlich, dass die urodynamische Untersuchung -die, wegen der Stefan hier ist- aufgrund des Heilungsprozesses nach einer Blasenspiegelung erst am Freitag erfolgen kann.  Falls nichts dazwischen kommt. Alle meine Fragen bleiben unbeantwortet und ich dränge auf Entlassung, da ich nicht gewillt bin, nur für belegte Betten zu sorgen. Da bin ich lieber zu Hause bei meiner Familie und weiß Stefan gut aufgehoben. Ich handle einen ambulanten Termin aus und bin froh, dass sich Stefan hier keinen Keim eingefangen hat. Für die ungeplante Rückfahrt muss ich extra einen Freund bitten, unsere Assistenzen hätten erst zum Abend hin kommen können.” Fazit: “Wir alle sind gefrustet und wütend. Es wurde ein großer Aufwand gefahren, ohne, dass es zu einem wie auch immer gearteten Ergebnis gekommen ist. Was uns an Inkompetenz, Ignoranz und Unfreundlichkeit entgegengebracht wurde, ist unfassbar. Ohne meine Erfahrung, Vorkenntnisse und resolutes Auftreten wäre Stefan noch mindestens eine weitere Wochen dort geblieben und hätte weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen müssen, die lt. seinen heimischen Ärzten nicht wirklich nötig gewesen wären. Um es mal vorsichtig auszudrücken.” Es drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, die Situation des Patient werde zum “Umsatzmachen” genutzt, zumal es in den Vorgesprächen Seitens des Krankenhauses nie einen Fahrplan gab. Heike wurde im Glauben gelassen, es fände die von ihr gewünschte Untersuchung statt. Weit gefehlt, erst einmal im Krankenhaus angekommen wurde doch wieder auf eine Spiegelung bestanden -trotzdem sie zwei Monate vorher in Eschweiler mit dem bekannten Befund stattfand. Es ist noch immer mit einem faden Beigeschmack versehen, woher diese Blasensteine auf einmal auftauchten. Das Verhalten der Ärzte im von Heike versuchten Dialog macht es noch schlimmer. Daher kann für dieses Haus keinerlei Empfehlung ausgesprochen werden, die Krankenkasse und Stefans Hausarzt wurden über diesen Tripp informiert und zeigten sich entsetzt. Stefan brauchte wieder einige Zeit, sich von der Liegezeit zu berappeln und zu dem vereinbarten ambulanten Termin sollte es jedoch nicht mehr kommen… Ihr wisst noch, dass wenig später sein Darm seinen Dienst quittierte, wovon er sich bis heute noch nicht erholt hat, da er so sehr abbaute und seitdem von Heike ein zwei Stunden Rhythmus zur Ernährung eingehalten wird. Dies ist aber unabhängig von Mönchengladbach, macht es aber auch nicht besser. Es gibt nun noch immer keine Gewissheit, ob Stefan einen Blasenschrittmacher verwenden kann oder nicht. Damit ist in 2018 die dringend erforderliche Reha und auch der geplante Urlaub ins Wasser gefallen. Der OP Bericht liegt uns bis heute nicht vor. Ah, und natürlich katheterisiert Heike Stefan weiterhin sechs Mal am Tag…  
Sag es weiter. Dankeschön.

3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Unfassbar, einfach schlimm! Ehrlich, ich bekomme Angst, alt zu werden oder hilfsbedürftig. Unser “Gesundheitssystem ist gewinnorientiert und oft nicht zielführend. Stefan hat das Glück, mit Heike eine resolute und fachkundige Frau an seiner Seite zu haben. Ich mag mir nicht vorstellen, wo er heute ohne sie wäre…
    Alle Kraft und Liebe der Welt euch beiden..

  2. Kristina B. sagt:

    Haben Sie es mal mit einem Kondom urinale versucht? Mein Mann (nun61) hatte vor 21/2 Jahren eine sehr schwere Hirnblutung, schwer pflegebedürftig…. Die Versorgung mit dem Urinalkondom funktioniert meistens gut

  3. Tanja sagt:

    Ich denke dazu, müsste er die blase entleeren können…..denke, dies ist das Problem….

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